0043424228558 c.haselsberger@aon.at

sind Frauen raumsensibler


Was bedeutet Sensibilität überhaupt?


Sensibilität beschreibt die Fähigkeit, Reize – visuelle, akustische, taktile oder geruchliche – wahrzunehmen, zu verarbeiten und zu interpretieren. Umgangssprachlich verbinden wir damit Feinfühligkeit, Empathie oder ein „dünnhäutiges“ Wesen. Nicht selten gelten diese Eigenschaften als „typisch weiblich“.
Als Raumausstatterin und Wohnpsychologin beschäftige ich mich seit Jahrzehnten damit, wie Menschen Räume erleben. Dabei stellt sich immer wieder die Frage:

Sind Frauen tatsächlich raumsensibler als Männer?

Meine Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnisse aus fast 40 Jahren Berufspraxis möchte ich hier mit Ihnen teilen.

Wie sich die Sinne von Frauen und Männern unterscheiden

Evolution und Sozialisation haben unsere Wahrnehmungsfähigkeiten geprägt – ob wir das heute noch bewusst bemerken oder nicht.

Unterschiede im Gesichtsfeld & Sehen

Studien zeigen:
Frauen haben ein breiteres Gesichtsfeld und erkennen feinste Details aus der Nähe.
Männer besitzen eine bessere Fernsicht und können Entfernungen oft exakter einschätzen.
• Frauen verfügen über mehr Farbrezeptoren, wodurch Farbnuancen deutlich differenzierter wahrgenommen werden.
Das erklärt, warum Frauen häufig sensibler auf Farbwirkungen reagieren oder kleine Unstimmigkeiten in Mustern und Materialien bemerken.


Hören, Riechen und Geschmackswahrnehmung

Auch hier gibt es Unterschiede:
• Frauen hören leisere Töne und reagieren schneller auf akustische Signale.
• Männer erkennen hohe Töne oft besser, reagieren aber empfindlicher auf schrille Frequenzen.
• Frauen haben im Durchschnitt die feinere Nase – Gerüche, Ausdünstungen neuer Möbel oder Raumtextilien nehmen sie früher und intensiver wahr.
Diese Sinnesausprägungen beeinflussen maßgeblich, wie wir Räume erleben, ob wir sie als harmonisch, angenehm oder belastend empfinden.

Raum betreten – was im Gehirn passiert

Sobald wir einen Raum betreten, beginnt ein komplexer Prozess:
• Augen, Ohren und Nase senden Impulse ans Gehirn,
• Farben, Formen, Licht und Gerüche werden blitzschnell bewertet,
• Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen mischen sich ein,
• unser Körper reagiert mit feinsten Bewegungen – selbst im Sitzen.


Bei Frauen, besonders bei sensorisch sensiblen oder hochsensiblen Frauen, läuft dieser Prozess oft deutlich intensiver ab. Kleine Reize, die andere Menschen ausblenden, können bei ihnen Stress auslösen.

Warum hochsensible Frauen Räume stärker spüren

Hochsensibilität tritt bei Frauen häufiger auf. In der Wohnpsychologie spricht man hier von erhöhter sensorischer Verarbeitungssensitivität.
Das bedeutet:
• Licht, Geräusche und Gerüche wirken stärker.
• Farben können emotional überwältigen.
• Viele Eindrücke gleichzeitig führen schneller zur Überforderung.
• Gleichzeitig werden schöne, feine Reize besonders tief wahrgenommen.


Gerade hochsensible Frauen spüren oft intuitiv, wenn ein Raum „nicht stimmt“, obwohl sie es nicht sofort in Worte fassen können.

Wenn die Raumqualität nicht passt

Unstimmige Räume können Frauen – und besonders hochsensible Frauen – stressen, ohne dass sie die Ursache klar benennen können.
Typische, zunächst unsichtbare Raumstressfaktoren:
• zu viel optischer Input
• unharmonische Farbzusammenstellungen
• künstliche Materialien mit Geruchsausdünstungen
• ungünstiges Licht
• harte Akustik oder Störgeräusche
• fehlende Rückzugsbereiche
Je sensibler ein Mensch ist, desto stärker wirkt sich eine unpassende Raumqualität auf das Wohlbefinden aus.

Was hilft Frauen (und Männern), sensibler und achtsamer zu wohnen?

1.Die eigenen Wohnbedürfnisse kennen

Nur wer seine Bedürfnisse kennt, kann sie schützen. Achtsamkeit ist hier ein entscheidender Schlüssel.

2.Reize reduzieren

• ruhige Farbwelten
• natürliche Materialien
• klare Raumstrukturen
• sanftes Licht
• ausreichend Rückzugsorte

3.Wohlfühlinseln schaffen

Räume, die inspirieren, beruhigen oder Kraft geben – je nach Persönlichkeitstyp und Alltagssituation.

4.Achtsamkeitsübungen & Meditation

Sie helfen, innere Reizüberflutung zu regulieren und das Nervensystem zu entlasten.
Als Expertin für Wohnpsychologie unterstütze ich Sie gern dabei, Ihre persönliche Wohnatmosphäre so zu gestalten, dass Sie schneller abschalten, Stress abbauen und sich erholen können.

Sind Frauen wirklich raumsensibler? Meine persönliche Schlussfolgerung

Nach fast vier Jahrzehnten Berufserfahrung beobachte ich:
• Frauen verlieren heute teilweise den Zugang zu ihrer natürlichen Raumsensibilität.
• Männer wiederum trauen sich zunehmend, ihrer Intuition zu folgen – doch scheuen oft die konkrete Veränderung.


Zudem zeigen aktuelle psychologische Studien, dass sich viele Unterschiede zwischen Männern und Frauen über die Jahrzehnte verringert haben. Erziehung, Gleichstellung und soziale Entwicklungen tragen dazu bei.


Entscheidend ist daher weniger das Geschlecht, sondern die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit jedes Menschen.


Räume sind Spiegel unserer inneren Welt.
Wer sich selbst gut kennt, kann Außenräume schaffen, die sich zutiefst stimmig anfühlen.

Wie denken Sie darüber?
Ich lade Sie herzlich ein, mir Ihre Gedanken mitzuteilen.
Schreiben Sie mir gerne: c.haselsberger@aon.at

Bis bald wieder –
Ihre RaumKünstlerin
Christine Haselsberger